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Mit einem Festakt hat das oberfränkische Familienunternehmen LAMILUX Heinrich Strunz GmbH, Hersteller faserverstärkter Kunststoffe und energetisch hochwertiger Tageslichtsysteme, im Beisein von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Höhepunkt war dabei die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande an Geschäftsführer Dr. Heinrich Strunz durch zu Guttenberg. In seiner Laudatio stellte der Minister die LAMILUX Heinrich Strunz GmbH als exzellentes Beispiel für den Mittelstand heraus, der „die Herzkammer der Wirtschaft in Deutschland“ sei. |
Mit Blick auf eine 100-jährige Firmengeschichte sei das in der dritten Generation von der Familie Strunz geführte Unternehmen geprägt durch eine enge Verbundenheit mit seinem Heimatstandort Rehau bei gleichzeitiger internationaler Ausrichtung der Geschäftstätigkeit. Guttenberg: „An den Erfolgen der LAMILUX Heinrich Strunz GmbH sieht man, dass sich Standorttreue auszahlt.“
In den vergangenen Jahren ist der Umsatz des Unternehmens teils um mehr als 20 Prozent auf aktuell 111 Millionen Euro (2008) angestiegen. Und mit einer 60-prozentigen Exportquote bewegt sich die Rehauer Firma auf vielen Märkten rund um den Globus. Derzeit beschäftigt die LAMILUX Heinrich Strunz GmbH mehr als 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ist in knapp 40 Ländern mit eigenen Dependancen vertreten und bildet 55 junge Menschen in elf verschiedenen Berufsbildern aus.
Die solide Grundlage für das erfolgreiche Wachstum der Heinrich Strunz GmbH am Heimatstandort Rehau legte bereits Zimmerermeister Heinrich Strunz, der 1909 das Unternehmen gründete. 1918 schloss er seiner Firma ein Sägewerk an, verbunden mit einer höchst innovativen Idee: Ab diesem Zeitpunkt konstruierte und fertigte er für die damalige Zeit einzigartige, montagefertige Holzbauten.
Als Sohn Rudolf Strunz 1941 das Unternehmen übernahm, versetzte er der Firmenentwicklung den entscheidenden Schub. Mitte der 50er-Jahre erkannte er die zunehmende Bedeutung von Kunststoffen in der Bauindustrie – und leitete die Produktion von faserverstärkten Kunststoffen ein. Ein neues Produkt – transparente Wellbahnen – und eine neue Marke waren geboren: LAMILUX. „LAMI“ für den Herstellungsprozess des Laminierens, „LUX“ für den Lichteinfall durch den transparenten, faserverstärkten Kunststoff. Weit über oberfränkische Grenzen hinaus bekannt wurde LAMILUX in dieser Zeit auch durch die Herstellung und den Vertrieb von Lichtkuppeln für den natürlichen Lichteinfall durch Flachdächer beispielsweise in Produktions-, Sport- und Messehallen.
In drei Jahren 17 Millionen Euro in Rehau investiert
Seit 1985 wird das Unternehmen von Dr. Heinrich Strunz in der nunmehr dritten Generation geleitet. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Dr. Dorothee Strunz hat er die LAMILUX Heinrich Strunz GmbH zu einem international ausgerichteten Industrieunternehmen weiterentwickelt. Heute bewegt sich die Firma in zwei strategischen Geschäftsfeldern: Der Unternehmensbereich LAMILUX Tageslichtelemente produziert und vertreibt hochwertige Tageslichtsysteme (Lichtkuppeln, Lichtbänder, Glasdachkonstruktion) und Rauch- und Wärmeabzugsanlagen samt deren komplexer Steuerungs- und Automationstechnik. Und als europäischer Marktführer fertigt der Unternehmensbereich LAMILUXplan Platten und Bahnen aus faserverstärkten Kunststoffen, die als High-Tech-Verbundwerkstoff vor allem als großflächige Konstruktionselemente im Caravanbau, für LKW- und Trailer-Aufbauten, Fassadenverkleidungen sowie Kühlräume und Kühlzellen eingesetzt werden.
Basis für den heutigen Erfolg sind ehrgeizige und wohldurchdachte Investitionsentscheidungen. 2006 ist für zehn Millionen Euro eine Produktionsanlage für faserverstärkte Kunststoffe im Rehauer Gewerbegebiet „Am Frauenberg II“ realisiert worden. Und im vergangenen Jahr entstand für sieben Millionen Euro eine neue Fertigungshalle für Lichtkuppeln.
Familiengeführter Mittelstand hat eine große Zukunft vor sich
Das Beispiel LAMILUX Heinrich Strunz GmbH zeigt, „dass der familiengeführte Mittelstand auch in einer globalisierten Weltwirtschaft eine große Zukunft vor sich hat“, so die Einschätzung von Geschäftsführer Dr. Heinrich Strunz. Der derzeitige wirtschaftliche und gesellschaftliche Wandel führe eindringlich vor Augen, dass es für Familienunternehmen keinen Grund gäbe, sich vor den großen Konzernen zu verstecken. Und Mit-Geschäftsführerin und Ehefrau Dr. Dorothee Strunz ergänzt: „Mittelständische Unternehmen sind in der Regel schneller, flexibler und in vielen Fällen auch innovativer.“ Die eher kurzfristig auf Gewinnmaximierung ausgelegte Geschäftspolitik der Kapitalgesellschaften stehe einer an gesundem Wachstum, stabiler Beschäftigung und gelebten Werten orientierten Unternehmensentwicklung vielmehr im Wege. |