Mit dem Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum ist dem Architekten Max Dudler wahrlich ein großer Wurf zeitgenössischer Architektur gelungen. Denn nichts Geringeres soll der Bau vermitteln, als die Symbiose klassischen Bibliothekswesens mit den modernen Medien. Soll heißen: Einer der größten zusammenhängenden in Freihandaufstellung verfügbaren wissenschaftlichen Bibliotheksbestände aktueller Forschungsliteratur geht eine Einheit mit elektronischen Medien und Recherche-Ressourcen ein. „Mit 2,5 Millionen Büchern und anderen Medien und einer abgestimmten Struktur aus Auskunfts-, Beratungs- und Serviceeinrichtungen ist ein herausragendes Zentrum für wissenschaftliche Information und Kommunikation entstanden“, zeigt sich die Humboldt-Universität stolz. Auf knapp 22.000 Quadratmetern fänden sich mehr als 1.200 Arbeitsplätze. PC-Pool, Videokonferenzräume und Multimediaarbeitsplätze seien ebenso charakterisierende Elemente wie das Herz der Bibliothek: die Leseterrassen.
Tageslicht für das „geistige Zentrum“
Kein Zweifel: Der große Lesesaal mit seinen 252 Studierplätzen ist das funktionale und geistige Zentrum des Hauses. Er ist in Terrassen angelegt, die sich vom Erdgeschoss bis auf Höhe des vierten Stockwerkes des Gebäudes wie in einem rechteckigen Audimax empor erstrecken. Und auch ohne künstliche Beleuchtung ist es taghell. Für die raumfüllende Ausleuchtung sind 92 Oberlichter von LAMILUX aus der Produktreihe LAMILUX CI-System Glasarchitektur ME in das Flachdach integriert worden.
Tageslicht steigert das Wohlbefinden und fördert die Leistungsfähigkeit und das Konzentrationsvermögen. So erweisen sich die Tageslichtsysteme im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum als integraler Bestandteil der Gebäudehülle, um das architektonische Konzept umzusetzen: Raum schaffen für Konzentration, um sich im ruhiger Atmosphäre Forschung und Bildung zu widmen. Hinzu kommt der ästhetische Gesichtspunkt. Der Blick von unten: Die Tageslichtelemente in den Abmessungen 2,5 mal 2,5 Meter befinden sich in einzelnen, abgetrennten Kassetten, was dem langen Raum weitere Struktur verleiht und der strengen Formensprache des Gesamtgebäudes entspricht.
Um die in der Innenansicht äußerst harmonische Integration der Tageslichtelemente in das Flachdach zu verwirklichen, ging technische Feinarbeit voraus. Stichwort „optimaler Bauanschluss“: Für das Aufsetzen der Tageslichtelemente wurde eine spezielle Unterkonstruktion aus einem umlaufenden verzinkten Stahlblechrahmen entwickelt, auf der wiederum ein Rahmen aus thermisch getrennten Profilen montiert wurde. Und: Die Stahlblechkonstruktionen verfügen auf der Außenseite über eine mineralische Wärmedämmung und sind mit einer Blechschürze versehen, um die Dachabdichtung anzubringen.
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